Enge Kurse, hohes Tempo, Adrenalin pur: Crit Racing ist eine der intensivsten Disziplinen im Radsport. Besonders die Fixed-Gear-Crits haben sich in den letzten Jahren von einer Subkultur zu einem festen Bestandteil der urbanen Rennszene entwickelt. Einer, der mittendrin ist, ist Steven Carleton – in der Schweiz zuhause und im Frühjahr bei mehreren Rennen am Start.
Vom Alltagsrad zum Startgitter
Wie bei vielen beginnt Stevens Geschichte nicht mit Leistungsdiagnostik oder Rennlizenz, sondern ganz bodenständig: „Ich habe mir über einen Freund, der in einem Fahrradladen gearbeitet hat, ein Rad gekauft und es als Fortbewegungsmittel genutzt.“
Das änderte sich schnell, als er als Fahrradkurier zu arbeiten begann. Die vielen Kilometer, das tägliche Fahren bei jedem Wetter und im Stadtverkehr sorgten dafür, dass Radfahren mehr wurde als nur Mittel zum Zweck.
Mit der Zeit wuchs auch das Interesse am sportlichen Aspekt des Radfahrens. Steven begann, sich intensiver mit der Szene zu beschäftigen – und stieß dabei immer wieder auf Fixed-Gear-Crits. Die Mischung aus Geschwindigkeit, Technik und urbanem Rennformat faszinierte ihn sofort. Lange zögerte er nicht: Kurz darauf meldete er sich bereits für sein erstes Rennen an.

Warum Crits? Warum Fixed Gear?
Crits sind schnell, laut, eng – und gnadenlos ehrlich. Was Steven bis heute an Crits begeistert, ist vor allem die kompromisslose Art dieser Rennen. Besonders bei Fixed-Gear-Crits kommt es auf Entscheidungen an, die man vor dem Start trifft – allen voran die Gangwahl.
„Man muss die richtige Entscheidung treffen, wenn es um die Gangwahl geht. Man hat keine Bremsen und fährt auf recht engen Rundkursen mit ziemlich hohem Tempo.“
Während des Rennens gibt es keine Möglichkeit, nachzujustieren. Jeder Tritt, jede Kurve und jede Linie muss sitzen. Gebremst wird ausschließlich über den Starrlauf, das Feld ist dicht zusammen und Fehler werden sofort bestraft. Genau diese Kombination aus Risiko, Kontrolle und Rennintensität macht für Steven den Reiz aus.

Das richtige Setup für Crit Racing
Gefahren wird bei Fixed-Gear-Crits klassisch auf dem Bahnrad: ein Gang, Starrlauf, keine Bremsen. Dabei unterstützt ihn sein Hauptsponsor Löwenzahn Bikes, ebenfalls aus der Schweiz. Doch trotz des minimalistischen Setups spielen Details eine enorme Rolle. Die Wahl der Reifen und der richtige Luftdruck sind immer wieder zentrale Themen, da sie entscheidend für Grip, Rollverhalten und Kontrolle auf engen Kursen sind.
Auch bei der Bekleidung setzt sich zunehmend ein klarer Performance-Ansatz durch. Viele Fahrer greifen auf das klassische Setup aus Bibshorts und Trikot zurück, immer häufiger sieht man jedoch auch Racesuits, die aerodynamische Vorteile bieten und bei hohen Geschwindigkeiten zusätzlichen Komfort liefern. Gerade in kurzen, intensiven Rennen kann das den entscheidenden Unterschied machen.
Saison-Highlights 2026
Die kommende Saison hält für Steven gleich mehrere Highlights bereit. Ein ganz großes Ziel ist der Ironman Thun, der einen spannenden Kontrast zum explosiven Crit Racing darstellt und eine völlig andere Art der Vorbereitung erfordert.
Gleichzeitig schlägt sein Herz weiterhin für die kurzen, schnellen Rennen. Sein absolutes Lieblingsrennen bleibt das Zuricrit, eines der bekanntesten Fixed-Gear-Crits in der Schweiz. Ergänzt wird die Saison durch mehrere kleinere Rennen, bei denen Tempo, Technik und Rennhärte im Fokus stehen.
Ein besonderer Fixpunkt im Frühjahr ist dabei das legendäre Rad Race – Last Man Standing in Berlin, das auf einer Go-Kart-Bahn ausgetragen wird und für seine extrem technischen und schnellen Kurse bekannt ist.

Crit Racing ist mehr als nur ein Rennen. Es ist ein Statement für puren Radsport, für Präzision, Mut und absolute Kontrolle. Und genau das spiegelt sich auch in unserer Bekleidung wider: funktional, kompromisslos und bereit für Höchstgeschwindigkeit – egal ob auf der Go-Kart-Bahn in Berlin oder beim Zuricrit mitten in der Stadt.