WATTWOMEN PINZGAU: RIDING TOGETHER

WATTWOMEN PINZGAU: GEMEINSAM AUFS RAD

Wie aus Feierabend-Rides dreier Freundinnen eine Female-Cycling-Community wurde: Maria erzählt uns die Story der WattWomen Pinzgau – über Community-Vibes, Coffee-Stopps und die warum Radfahren gemeinsam einfach noch mehr Spaß macht.

Der Pinzgau ist bekannt für seine imposante Bergwelt, saftige Täler und anspruchsvolle Passstraßen. Doch wer denkt, dass auf den Straßen zwischen Zell am See und den umliegenden Gipfeln nur verbissene Bergspezialisten unterwegs sind, kennt die WattWomen Pinzgau noch nicht.

Alles nimmt im Frühjahr 2024 seinen Lauf. Nach der Studienzeit ziehen Maria, Lou und Jenny zurück in die Heimat. Was macht man als radsportbegeistertes Trio im Pinzgau? Richtig: Man verabredet sich zum Rennradfahren. Was im kleinen Kreis beginnt, entwickelt rasch eine Eigendynamik: Im Freundeskreis spricht sich die Begeisterung schnell herum, und immer mehr Mädels schließen sich an – und bei fast jedem Ride rollen neue Gesichter mit.

Der finale Funke sprang im Frühjahr 2025 beim ersten eigenen Trainingslager über. Denn genau dort haben die WattWomen erlebt, wie viel man gemeinsam erreichen kann. Einige Teilnehmerinnen waren zuvor noch nie mehr als 100 Kilometer gefahren. Doch mit gegenseitiger Motivation und Support wurden persönliche Grenzen verschoben und neue Rekorde aufgestellt. Voller Energie kehrten die Mädels von Mallorca zurück – und das nicht nur dank des Nudelsalats, den es zur Stärkung gab. „Dieses Fahren in der Community und der gegenseitige Support haben uns so einen enormen Push gegeben“, erzählt Maria.

Der Andrang wuchs stetig weiter, die Vibes stimmen einfach. Im Herbst 2025 reifte deshalb der Gedanke und sie fassten den Entschluss: Wir machen das offiziell! Im November 2025 folgte schließlich die offizielle Vereinsgründung.

„Wir haben gemerkt, wie viel uns das gemeinsame Fahren gibt. Und irgendwann dachten wir: Wenn das in unserer Freundesgruppe so gut funktioniert, gibt es bestimmt noch viele andere Mädels im Pinzgau, die Lust darauf haben.“

Keine Limits. Nur die Lust aufs Radfahren.

Eine WattWoman muss keine bestimmte Kilometerzahl fahren, keine Wattzahl erreichen und auch kein Rennen gewinnen. Was zählt, ist die Lust aufs Rad, Motivation und die Freude daran, gemeinsam unterwegs zu sein.

Das Herzstück der WattWomen-Aktivitäten bildet der wöchentliche After Work Ride – bei dem auch Nicht-Mitglieder herzlich willkommen sind. Die Routen werden vorab bekannt gegeben und je nach Strecke geht es in einer oder mehreren Gruppen durch den Pinzgau.

Dabei gilt: Niemand bleibt zurück. Es wird gewartet, miteinander kommuniziert und darauf geachtet, wie es der Gruppe geht. Genau diese Atmosphäre macht für viele Frauen den Unterschied. Neben Tempo und Trainingskilometern ist Raum für Themen, die Frauen im Radsport beschäftigen – etwa den weiblichen Zyklus und seinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit.

„Je sicherer man sich am Rad fühlt, desto sicherer tritt man auch auf“, erzählt Maria. Und genau das ist bei den WattWomen spürbar: Mit jedem gemeinsamen Ride wächst nicht nur die Sicherheit auf dem Rad, sondern auch das Selbstvertrauen.

Heimat auf zwei Rädern

Der Pinzgau ist dabei mehr als nur die Heimat der WattWomen – er ist ihre perfekte Kulisse für gemeinsame Rides. Die Maria-Alm-Runde begeistert mit beeindruckendem Bergpanorama und dem Blick auf das Steinerne Meer. Die Filzensattelrunde ist perfekt für alle, die gerne Höhenmeter sammeln. Und wer lange Abendsonne sucht, fährt in den Oberpinzgau.

Doch zu einem guten Ride gehört für die WattWomen mehr als nur die Strecke. Manchmal ist es der Coffee Stop im Bella Bean Coffee in Zell am See, manchmal der gemeinsame Abschluss nach einem Community Ride auf der Bründl-Dachterrasse. Und manchmal einfach der Moment, wenn alle Räder nebeneinander stehen und man merkt: Genau dafür sind wir heute losgefahren.

Ein Team, das man sieht

Dass die WattWomen zusammengehören, fühlt man einfach – und sieht es auch auf der Straße. Seit letztem Jahr sind die Mädels in ihren CUORE Kits unterwegs. Zunächst in mintfarben, nun auch in flieder. Ihre Designs sind modern, clean und dennoch auffällig genug, um die Gruppe schon von Weitem zu erkennen.

Doch am Ende ist es nicht die Farbe des Kits, die die WattWomen ausmacht. Es ist das Warten am Berg. Der Support, wenn die Beine schwer werden. Das Lachen beim Coffee Stop. Und dieses Gefühl, gemeinsam etwas zu erleben, das alleine vielleicht ganz anders wäre. Beim nächsten Trainingslager in Südtirol diesen Sommer sind bereits 21 Frauen dabei – fast doppelt so viele wie beim ersten Mal. Alleine das spricht schon für sich.

Und was ist mit Dir? Vielleicht hast du ein Rennrad, aber noch keine Gruppe. Oder du hast bisher einfach niemanden gefunden, mit dem du gemeinsam losfahren kannst.

Dann mach es wie die WattWomen: Fang einfach an. Schau dich in deiner Region nach einer Female Cycling Community um. Such dir einen Community Ride und fahr einfach mit. Du musst nicht die Schnellste sein. Du musst keine 100 Kilometer schaffen. Und du musst auch nicht alles können. Denn genau so entstehen neue Freundschaften, neue Communities und vielleicht sogar die nächste WattWomen-Story.